Fördern, wo es Umwelt und Mensch am nötigsten hat!

Mit Ende der Reparatur‑Prämie geht ein Förderinstrument verloren, das ausnahmsweise genau dort angesetzt hat, wo es wirklich etwas bewirkt: bei der Lebensdauerverlängerung von Geräten, der Abfallvermeidung und der Entlastung von Haushalten. Statt immer neue Produkte zu subventionieren, hat diese Förderung etwas unterstützt, das in unserer Wegwerfgesellschaft selten geworden ist: den Erhalt von Dingen, die noch funktionieren können.

Gerade jetzt wäre es wichtiger denn je, Fördermittel zielgerichtet einzusetzen:

  • dort, wo Reparaturen Ressourcen sparen
  • dort, wo Menschen finanziell entlastet werden
  • dort, wo Umweltbelastung tatsächlich sinkt
  • dort, wo regionale Betriebe Arbeit leisten, statt Massenware aus Fernost zu ersetzen

Förderungen sollten nicht dort landen, wo sie am lautesten gefordert werden, sondern dort, wo sie ökologisch und sozial den größten Nutzen bringen.

Förderungen für den, der als Erster die Enter‑Taste drückt? 

Fördern, wo es Umwelt und Mensch am nötigsten hat – das sollte der Maßstab sein!

Was die Luftwärmepumpe im Winter nicht kann – und warum man damit in vielen Regionen nicht heizen sollte

Luftwärmepumpen werden oft als „Wunderlösung“ verkauft: günstig, effizient, klimafreundlich. Die Realität sieht – je nach Region – deutlich nüchterner aus. Vor allem im Alpenraum, im Salzburger Land und generell in kälteren Tälern zeigt sich jedes Jahr aufs Neue:

Eine Luftwärmepumpe kann im tiefen Winter nicht das leisten, was viele Hersteller versprechen.

Und genau das erkläre ich hier technisch sauber und ohne Marketing‑Schönfärberei.

Die Physik ist gnadenlos: Je kälter die Luft, desto schlechter die Leistungszahl (COP).

Eine Luftwärmepumpe lebt von der Außentemperatur. Sinkt diese, sinkt die Effizienz überproportional.

Typische COP‑Werte einer Luftwärmepumpe:

AußentemperaturCOP HeizenCOP Warmwasser
+10 °C3,5–4,53,0–3,5
+5 °C3,0–3,52,5–3,0
0 °C2,0–2,52,3–2,8
–5 °C1,5–2,02,0–2,3
–10 °C1,2–1,61,7–2,0

Heizen unter 0 °C ist energetisch extrem teuer. Die Wärmepumpe wird zum Stromfresser, weil sie kaum noch Wärme aus der Luft ziehen kann.

Regionale Realität: Im Alpenraum ist Winter nicht gleich Winter.

In Prospekten wird oft mit „Normtemperaturen“ gerechnet, die in vielen Regionen nichts mit der Realität zu tun haben.

Beispiele:

  • Bischofshofen: regelmäßig –5 bis –15 °C
  • Pongau / Pinzgau: lange Kälteperioden
  • Täler: Inversionswetter, kaum Tageserwärmung
  • Hohe Luftfeuchtigkeit → Vereisung → Abtauzyklen → noch schlechtere Effizienz

Eine Luftwärmepumpe, die bei +7 °C noch gut funktioniert, bricht bei –10 °C komplett ein.

Abtauzyklen: Der unsichtbare Effizienz-Killer

Bei Frost vereist der Verdampfer. Die Wärmepumpe muss sich regelmäßig selbst abtauen – und das kostet Energie.

Das bedeutet:

  • weniger Heizleistung
  • höherer Stromverbrauch
  • schlechtere JAZ
  • längere Laufzeiten
  • mehr Verschleiß

Im tiefen Winter kann die Wärmepumpe stundenlang mehr Energie verbrauchen, als sie liefert.

Warum Heizen im Winter damit oft nicht sinnvoll ist

Ganz einfach:

  • Hohe Stromkosten
  • Geringe Heizleistung
  • Hohe Lastspitzen
  • Schlechter Komfort
  • Gefahr, dass das Haus auskühlt
  • Zusatzheizstab springt an → Stromkosten explodieren

Viele Haushalte merken das erst, wenn die Jahresabrechnung kommt.

Warmwasser hingegen funktioniert fast das ganze Jahr – und das sogar gut.

Jetzt kommt der wichtige Unterschied:

Warmwasserbereitung ist mit einer Luftwärmepumpe fast das ganze Jahr sinnvoll.

Warum?

  • Warmwasser braucht 45–55 °C, nicht 60–70 °C wie Heizsysteme.
  • Der Temperaturhub ist kleiner → bessere COP.
  • Tagsüber liegen die Temperaturen selbst im Winter oft über 0 °C.
  • In vielen Regionen sogar +3 bis +10 °C → perfekte Bedingungen.
  • Warmwasserverbrauch ist konstant, nicht wie Heizlast im Winter.

Damit erreicht man ganzjährig COP 2,5–3,5, was absolut wirtschaftlich ist.

Untertags fast immer über dem Gefrierpunkt – das rettet die Effizienz.

Selbst in kalten Regionen gilt:

  • Nachts: –10 °C → Wärmepumpe ineffizient
  • Tagsüber: +2 bis +8 °C → Wärmepumpe effizient

Wer Warmwasser tagsüber macht (z. B. mit PV‑Überschuss), hat:

  • niedrige Kosten
  • gute Leistungszahlen
  • kaum Verschleiß
  • stabile Warmwasserversorgung

Fazit: Heizen im Winter? Nein. Warmwasser? Ja.

Eine Luftwärmepumpe ist kein Alleskönner. Sie ist regionabhängig, temperaturabhängig und physikalisch limitiert.

Heizen im Winter (unter 0 °C):

  • schlechte COP
  • hohe Stromkosten
  • Abtauverluste
  • Zusatzheizstab
  • ineffizient und teuer

Warmwasserbereitung:

  • ganzjährig sinnvoll
  • tagsüber gute COP
  • ideal mit PV
  • stabil und wirtschaftlich